INA LOITZL | CUTOUT MONKEY | 2019-2025

64 AFFEN MACHEN INA LOITZL widmet sich in ihrer künstlerischen Praxis gesellschaftlich-sozialen Problemen sowie feministischen Themen und bricht auf humorvolle Weise seit langem bestehende Klischees und Tabus, insbesondere in Verbindung mit dem weiblichen Körper und der Position der Frau in der Gesellschaft. Künstlerisch arbeitet sie vorwiegend mit Video, Textilien und Scherenschnitten, wobei auch die Auseinandersetzung mit dem Raum eine große Rolle spielt. Performatives etabliert sich immer weiter in ihrem künstlerischen Kosmos, so steigt sie zum Beispiel im Rahmen von „KUNSTBOXEN“ als Kunstfigur A in den Ring und kämpft gegen die eigene Motivation, die Rolle als Frau im Kunstbusiness sowie die Konkurrenz der Kollegenschaft oder verwandelt sich in ihrer Serie „CUTOUT MONKEY“ in einen Gorilla, um auf die prekäre Situation vieler Künstler*innen aufmerksam zu machen. „Mach dich zum Affen“ – diese Aussage kommt bei „CUTOUT MONKEY“ von INA LOITZL doppelt zum Einsatz; So wählte die Künstlerin das Affenkostüm, um einerseits Aufmerksamkeit für künstlerisches Schaffen im öffentlichen Raum zu erregen und andererseits die Nähe des Affen zum Menschen auszudrücken. Wie ein Gorilla im Tiergarten, kann die Künstlerin in ihrem Kostüm beim Schaffensprozess und bei ihrer täglichen Arbeit beobachtet werden, die normalerweise hinter geschlossenen Ateliertüren versteckt bleibt.Diese Möglichkeit bot sich ihr jedoch: So konnte sie das Geschehen um ihren gläsernen Käfig wahrnehmen und sie begann mit ihrer Umwelt jenseits der Scheibe zu interagieren. Im Verlauf des Projekts rückten der kommunikative Akt mit vorbeigehenden Passant*innen und die Interaktion immer stärker in den Fokus der Künstlerin. Hierdurch wurden unterschiedlichste Reaktionen vom Publikum hervorgerufen, beispielsweise beleidigende Äußerungen, kraftvolles Schlagen gegen die Glasscheibe, aber auch die Gabe von Bananen, Aufforderung zu Selfies und Nachrichten. Mit der Figur des Affen und dem Einsatz der Gorilla-Maske eröffnet sich eine Referenz zum aktivistischen Künstlerinnenkollektiv „Guerilla Girls“, das seit 1985 mit seiner Kunst im Kunstbetrieb interveniert und die diesem inhärente geschlechtsspezifische Bevorzugung von Männern in Museen und Institutionen im Allgemeinen offengelegt hat. Dementsprechend will die Künstlerin mit ihrer Performance zur Reflexion über normalerweise undurchsichtige Prozesse bzw. Benachteiligungen auffordern. So geht es ihr um die Position der Frauen bzw. Künstlerinnen im künstlerischen Feld, deren Benachteiligung neben der gesellschaftlichen Zuschreibung von Pflichten (Kinder, Erziehung, Care-Work etc.) am Kunstmarkt in der geringeren Bezahlung und den eingeschränkten sich selbst zum

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