INA LOITZL | CUTOUT MONKEY | 2019-2025

65 Möglichkeit von Messeteilnahmen zutage tritt. Dem wirtschaftlichen Nutzen wird fast immer gegenüber den intellektuellen Bedürfnissen und dem Werk der Vorrang gegeben, und die Vergütung von Künstlern ist oft an den möglichen Gewinn gekoppelt, was zu einem erheblichen Ungleichgewicht führt. Diese diskriminierenden Mechanismen versucht sie in den Blick der Öffentlichkeit zu bringen und fordert gerechte Entlohnung für alle und im Besonderen für weibliche Künstler*innen. Bei den Wandinstallationen steht weniger das fertige Werk im Vordergrund als vielmehr der Entstehungsprozess und die Arbeit an diesem: stlerischen Schaffens, welcher selten einsehbar ist. Mittels CUTOUT-Technik schneidet die Künstlerin spiralförmige Muster aus, die sich aus monochromer Folie herauswinden. Im Mittelpunkt stehen die alltäglichen Veränderungen und die Entstehung der Installation, wodurch Parallelen zur stetig steigenden Produktivität in unserer schnelllebigen Gesellschaft aufgezeigt werden. Seit 2019 wurde das Projekt bereits in drei österreichischen Städten (Wien, Salzburg, Klagenfurt) und in München in Deutschland gezeigt, wobei der Prozess und die Entstehung der Wandinstallation jedes Mal zu einem anderen Ergebnis führten, gleich blieb einzig der ‚Weg‘ dorthin. Während der zweimonatigen CUTOUT-Wandtattoo-Performance am Karlsplatz in Wien transformierte sich die Künstlerin regelrecht zum Tier, das sie darstellte, agierte auch als solches und erzielte dadurch eine gewisse Neugierde und Niederschwelligkeit zur Kunst. Besonders wichtig ist es LOITZL, durch den „Monkey“ komplexe Themen aufzugreifen und performativ zu behandeln, sodass Transparenz und Zugänglichkeit möglich werden. Bei der Performance am Karlsplatz in Wien zeigte sie zusätzlich einen Film über die prekäre Lage von Kunstschaffenden und versuchte so diese wichtigen und in der Branche oft unter Verschluss gehaltenen Themen offen zu kommunizieren. In diesem gesellschaftspolitischen Diskurs tun sich Fragen auf, wie „Kann man*frau eigentlich von Kunst leben?“ oder „Was ist denn zu viel an unbezahlter Arbeit?“. Aufzuzeigen, dass es sich um gesamtgesellschaftliche Herausforderungen handelt, mit denen manfrau nicht allein ist und dass viele mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, scheint ein Hauptanliegen zu sein. Sich zu verbünden und gemeinsam dagegen anzukämpfen, wäre sicherlich Wunschdenken, das die allseits bekannte Situation vereinfachen würde. Gemeinsam sind wir stärker! PAULA MARSCHALEK Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin

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