7 The gorilla – the central figure in this performance – is more than a theatrical masquerade. It is an ironically charged metaphor for structural invisibility, for the friction between public perception and artistic selfpositioning. The performance uses this animal figure to reveal processes of attribution and to question institutional gaze regimes. This strategy is reminiscent of works by artists such as the Austrian artist VALIE EXPORT, who intervened in public space as early as the 1960s with performative body politics (EXPORT 1995). But while EXPORT exposed her own body, LOITZL shifts the visibility into an animal figure – a paradoxical gesture of depersonalization that at the same time opens up new legibility. The decision to choose the glass showroom on Vienna’s Karlsplatz as the location for the performance is conceptually central. This space – a permeable cube in the middle of urban transit architecture – becomes the interface between inside and outside, between stage and street, between art and everyday traffic. The glass wall functions not only as an architectural element, but also as a semiotic threshold: it creates a visibility that cannot be controlled, a permeability that Der Gorilla – in dieser Performance zentrale Figur – ist mehr als eine theatrale Maskerade. Er ist eine ironisch aufgeladene Metapher für strukturelle Unsichtbarkeiten, für die Reibung zwischen öffentlicher Wahrnehmung und künstlerischer Selbstpositionierung. Die Performance nutzt diese Tierfigur, um Zuschreibungsprozesse offenzulegen und institutionelle Blickregime zu hinterfragen. Diese Strategie erinnert an Arbeiten von Künstler*innen wie VALIE EXPORT, die bereits in den 1960er Jahren mit performativer Körperpolitik im öffentlichen Raum intervenierten (EXPORT 1995). Doch während Export den eigenen Körper exponierte, verschiebt LOITZL die Sichtbarkeit in eine tierische Figur – eine paradoxe Geste der Entpersonalisierung, die zugleich neue Lesbarkeiten eröffnet. Die Entscheidung, den gläsernen Showroom am Wiener Karlsplatz als Ort für die Performance zu wählen, ist konzeptuell zentral. Dieser Raum – ein durchlässiger Kubus inmitten urbaner Transitarchitektur – wird zur Schnittstelle zwischen Innen und Außen, zwischen Bühne und Straße, zwischen Kunst und Alltagsverkehr. Die Glaswand fungiert nicht nur als architektonisches Element, sondern als semiotische Schwelle: Sie erzeugt eine Sichtbarkeit, die nicht kontrollierbar ist, eine Durchlässigkeit, die zur permanenten Beobachtung einlädt. In diesem Spannungsfeld zwischen Transparenz und Isolation entfaltet die Performance ihre volle Wirksamkeit. LOITZL nutzt den Raum nicht als bloßen Ort, sondern als performative Struktur – eine Reflexionsfläche für soziale Codierungen und mediale Spiegelungen.
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